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„Nachhaltigkeit als Megatrend im Tourismus“ - Seminar der Bioenergieregion Rügen begeistert Touristiker
Lauterbach. „Landwirtschaft und Hotellerie sollten nicht getrennt werden - denn sie bilden einen Kreislauf", so der Mitbegründer des Verbandes BIO-Hotels und Vortragender - Ludwig Gruber- am vergangenen Donnerstag auf dem Seminar „Innovative Wärmekonzepte für das Hotel- und Gastgewerbe". Ludwig Gruber beschreibt damit treffend die Verbindung zwischen Bioenergie und Tourismus. Denn genau aus diesem Grund veranstaltete die Bioenergieregion Rügen zusammen mit dem EU-Projekt RELACS dieses Seminar. „Immerhin ist gerade in touristischen Einrichtungen stets ein hoher Wärmebedarf vorhanden", so Dr. Sarah Gehrig, Projektleiterin der Bioenergieregion Rügen. Das hier langfristig und nachhaltig gedacht und gehandelt werden muss gibt auch Ludwig Gruber zu bedenken: „Die Betriebe, die jetzt noch mit Öl heizen, haben jetzt schon ein Finanzproblem. Zudem ist Nachhaltigkeit derzeit ein Megatrend im Tourismus". Das haben auch die Veranstalter längst erkannt und stellten deshalb in dem halbtägigen und kostenfreien Seminar verschiedene Wärmekonzepte im Bereich der regenerativen Energien vor. Dazu haben mehrere regionale Handwerksbetriebe über die verschiedenen Techniken berichtet. Vorgestellt wurden Hackschnitzel-, Pellets- und Scheitholzheizungen, Wärmepumpen, Vakuumröhrenkollektoren und Blockheizkraftwerke. Daneben hat vor allem der Initiator der BIO-Hotels die anwesenden Touristiker mit seinem Vortrag zur Vermarktung eines nachhaltigen Tourismuskonzeptes mitgerissen. Derzeit zählt der Verband mehr als 70 Bio-Hoteliers. Das besondere am Konzept der BIO-Hotels sei die Zielgruppe, so Ludwig Gruber. „Biogäste sind anders - sie kennen Bioprodukte, achten auf regionale und saisonale Produkte und sind auch deutlich jünger." Die meisten Gäste seien zwischen 31 und 45 Jahren. Darüberhinaus zeichnet der Verband seit letztem Jahr diejenigen Einrichtungen aus, welche einen besonders geringen CO2-Wert pro Übernachtung und Gast erzielen. „Die BIO-Hotels mit dem ehc-Label schaffen in den meisten Fällen 14,9 kg pro Gast, einige liegen sogar unter 10 kg. Bei konventionellen Hotels beträgt der CO2-Ausstoß bei 30 bis 40 kg." Damit verfolgen die BIO-Hotels dieselben Ziele wie die beiden Veranstalter des Seminars: Die Bioenergieregion Rügen wie auch das EU-Projekt RELACS setzt sich in erster Linie für die Verringerung des CO2-Ausstoßes sowie der Energieeinsparung im Tourismus ein und möchten die Einrichtungen in einem zweiten Schritt gerne zu einer Abkehr von fossilen und hin zu regenerativen Energieträgern bewegen.
Neben den Fachvorträgen ermöglichte das Seminar auch einen Einblick in die Praxis. Till Jaich, Geschäftsführer der Wasserferienwelt im jaich, berichtete über seine Erfahrungen im Bereich Erneuerbare Energien und zog eine positive Bilanz. Anschließend gewährte er den rund 20 Seminarteilnehmer einen Einblick in das 60 KW Biomethan-Blockheizkraftwerk sowie in eines der Pfahlhäuser, welches an das Nahwärmenetze angeschlossen ist. Dass das Seminar seinen Zweck - das Aufzeigen der Möglichkeiten und Vorteile durch den Einsatz von innovativen Wärmekonzepten - erfüllt hat, zeigte insbesondere der intensive Gesprächs- und Erfahrungsaustausch während und nach dem Seminar.
RELACS - Erneuerbare Energien für Tourismusbetriebe



